Soziale Netzwerke: aktiviert

Basiswissen Tresore
 

Sucht man heutzutage in einschlägigen Katalogen oder Fachgeschäften nach Tresoren entdeckt man eine Vielzahl von Modellen unterschiedlichster Art und Größe. Beworben werden sie mit Begriffen wie Sicherheitsstufe, Widerstandsgrad und Güteklasse. Doch was sagen diese Begriffe eigentlich aus und welcher entspricht am ehesten Ihrem Bedarf? Im Rahmen dieses Artikels vermitteln wir Ihnen das nötige Fachwissen um einschätzen zu können, welcher Tresor Ihren Ansprüchen gerecht wird.

 

Tresore, in der Fachsprache auch Wertschutzschränke genannt, gibt es bereits seit ca. 200 Jahren. Lange Zeit lag die Verantwortung über Konstruktion und Aufbau allein bei den Herstellern. Um 1960 wurde dann vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau erste Normen für den Tresorbau entwickelt. Diese wurden 1992 durch europäische Normen abgelöst und haben nur noch für Bestandstresore Bedeutung.

 

Widerstandsgrad und Sicherheitsstufe

 

Die Begriffe Widerstandsgrad und Sicherheitsstufe bezeichnen den selben Zustand.
Sie beschreiben den Widerstand von Wertschutzschränken gegen Einbuchdiebstahl. Angegeben wird der Widerstandsgrad in römischen Ziffern auf einer Skala von 0 bis X (10) wobei X die höchste Sicherheit bietet. Die genauen Anforderungen, Klassifizierung und Methoden zur Prüfung, finden sich in der DIN EN 1143. Jeder Widerstandsgrad stellt dabei unterschiedliche Anforderungen an die Verankerung, Anzahl und Güte der verwendeten Schlösser sowie Widerstand gegen Einbruchsversuche mit verschiedenen Werkzeugen. Optional bei der Angabe, aber dennoch mit Mindestwerten versehen, sind die Widerstände gegen Aufbruchversuche mit Explosivstoffen oder einem Kernbohrgerät.

Bei der Angriffsprüfung mit Werkzeug wird von einem Prüfteam mit verschiedenen Werkzeugen versucht, einen vollständigen oder Teil-Durchbruch zu erreichen. Den verwendeten Werkzeugen werden je nach "Stärke" bestimmte Werte gegeben, aus denen sich in Kombination mit der jeweiligen Anwendungszeit ein Widerstandswert errechnen lässt. Da eine genauere Erklärung zu sehr ins Detail gehen würde beschränken wir uns hierbei auf die reine Angabe der Werte um die Klassen untereinander vergleichen zu können.

 

Die Prüfung der Verankerung findet nur bei freistehenden Wertschutzschränken mit einer Masse von unter 1000kg Anwendung. Dabei muss diese mindestens der angegebenen Prüflast standhalten.

 

Unter dem Abschnitt Schlösser sind die Anforderung an Anzahl und Klassifizierung der verwendeten Schlösser nach DIN EN 1300 aufgeführt. Da es hier ebenfalls sehr detailliert wird, beschränken wir uns auf die Angabe der Klassen. Die Klassen sind alphabetisch nach ihren Anforderungen sortiert, wobei A die geringste darstellt.

 

Klassifizierung nach DIN EN 11450 

Diese Norm bietet die Möglichkeit Sicherheitsschränke zu klassifizieren. Diese sind, ihrer Widerstandskraft gegen Einbruchdiebstahl nach, unterhalb der nach DIN EN 1143 zertifizirten Tresore anzusiedeln. Trotz ähnlicher Prüfmethoden werden jedoch unterschiedliche Beiwerte verwendet. Ein Umstand durch den sich die geprüften Wertschutzschränke nur schwierig untereinander vergleichen lassen. Durch die Norm werden zwei Sicherheitsstufen definiert:

SU - Security Units: Widerstand gegen gewaltsamen Angriff
TP - Tool Point: Summe der Prüfwerkzeugsbeiwerte

Güteklasse

 

Der Begriff Güteklasse ist nur bei Datenschutzschränken zu finden. Mit ihr werden Datenschutzschränke nach ihrem Widerstand gegen Brand klassifiziert. Die der Prüfung zugrunde liegende Norm ist die DIN EN 1047. Um die Güteklasse zu ermitteln wird der Tresor für 60 bzw. 120 Minuten in einen Brandraum gestellt und auf bis zu 1080°C erhitzt. Gemessen wird die maximale Temperaturerhöhung und die relative Luftfeuchte im Inneren des Tresors. Zudem wird ein Sturztest durchgeführt, bei dem der erhitzte Tresor aus einer Höhe von 9,15 Meter auf ein Kiesbett fallen gelassen wird. Das simuliert das Durchbrechen des Bodens in einem brennenden Objekt.

Eine kurze Übersicht über die einzelnen Güteklassen und den dazugehörigen Anforderungen liefert folgende Tabelle:

"S" steht hierbei für Datensicherungsschrank, "DI" bezeichnet den Disketteneinsatz. Die numerischen Werte in den Klassen geben die Beflammungsdauer in Minuten an. Als letztes geben weitere Buchstaben die Art der Datenträger an, die in Tresoren der entsprechenden Güteklasse geschützt aufbewahrt werden können:

 

P – Hitzeempfindliche Papierdokumente, bei denen Daten erst ab 170°C verloren gehen.
D – Hitze- und feuchtigkeitsempfindliche Datenträger bzw. Papierdokumente, bei denen Daten erst ab 70°C und über 85% relativer Luftfeuchte verloren gehen.

DIS - Hitze- und feuchtigkeitsempfindliche Datenträger bzw. Papierdokumente, bei denen Daten erst ab 50°C und über 85% relativer Luftfeuchte verloren gehen.

 

Bei P/DIS-Einsätzen ist der Schutz nur gewährleistet, wenn sie in einem Datensicherungsschrank der entsprechenden Güteklasse installiert sind.